Für Wikimedia, das globale Movement hinter der Online-Enzyklopädie Wikipedia, haben hunderte Freiwillige und Organisationen weltweit eine Strategie für die Zukunft entwickelt. Nicole Ebber, Director of Movement Strategy and Global Relations, hat diesen Prozess geleitet und beim AWO Barcamp 2023 über die Herausforderungen und Erfolge dezentraler Strategieprozesse gesprochen. Ihre Keynote wurde aufgezeichnet und zusammengefasst.
Eine neue strategische Ausrichtung für die Zukunft – zusammen
Wikimedia setzt sich für den freien Zugang zu Wissen und Bildung ein. Angesichts einer sich rasend wandelnden Welt eines sich ebenso wandelnden Internets erkannte Wikimedia die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung der Organisation, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Ein internationales und globales Team – bestehend aus sogenannten Agents of Change – erarbeitete über einen Zeitraum von drei Jahren wichtige Handlungsempfehlungen für die Zukunft.
Die Gestaltung des Prozesses
Der Strategieprozess basierte auf einem partizipativen, offenen und transparenten Vorgehen: So konnte auch die kollektive Intelligenz der Gemeinschaft genutzt werden. Dabei wurde stets der soziale Aspekt berücksichtigt: Die Menschen aus der ganzen Welt und ihre Meinungen standen im Zentrum des Prozesses. Die Umsetzung des Prozesses beschreibt Nicole als komplex und zeitintensiv. Jedoch wurden dabei wichtige Erfahrungswerte gesammelt und Verbesserungspotenziale erkannt, die auch für die Folgezeit relevant sind.
Die wesentlichen Herausforderungen und erste Lösungsansätze
- Partizipation und Zeit: Die Partizipation vieler Menschen verlangt nach langer Diskussion und zeitaufwändigen Prozessen. Realistische und großzügige Zeitrahmen sind wichtig, um angemessen zu arbeiten.
- Balance finden: Die Balance zwischen Konsultation und Nicht-Einbeziehung der Gemeinschaft ist eine Herausforderung. Klare Kommunikation über Prozessverantwortlichkeiten und Entscheidungswege ist wichtig.
- Vertrauen aufbauen: Mangelndes Vertrauen innerhalb tiefgreifender Prozess können auftreten. Kontinuierliche Information, Transparenz und offene Kommunikation können das Vertrauen stärken.
- Kommunikation optimieren: Ein kontinuierlicher Informationsfluss sowie verschiedene Kommunikationswege helfen sicherzustellen, dass Informationen auch effektiv ankommen.
- Repräsentation und Diversität: Bei der Gestaltung von langwierigen und aufwändigen Prozessen besteht die Gefahr, dass nur jene Menschen partizipieren, die es sich leisten können (Angestellte oder Freiwillige in privilegierten Situationen). Durch die Unterstützung diverser Teilnehmer, wie z.B. Zuschüsse für die Kinderbetreuung, werden wichtige Sicherheitsräume geschaffen, die einer diversen Partizipation zugute kommen.
- Virtuelle und globale Zusammenarbeit: Die Umstellung von physischer auf virtuelle Zusammenarbeit erfordert Anpassungen. Es ist wichtig, virtuelle Räume für Kontakt, Vertrauen und Teamdynamik zu schaffen.
- Spaß und Entspannung: Nicole empfiehlt die Schaffung von Spaß- und Entspannungsmomenten, um Frust und Blockaden zu überwinden und so die Teamdynamik zu fördern.
Ergebnisse und Empfehlungen
Der Prozess führte zu zehn Handlungsempfehlungen und Prinzipien für das Wikimedia-Movement. Diese Ergebnisse sind online verfügbar und können hier eingesehen werden.
Vielen Dank an Nicole Ebber für die spannenden Einblicke!
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